Ein Jahr Zukunft Heimat

WAS DU TUST, BEDENKE DEN ANFANG

Am 31. Oktober 2015 sind wir mit unserer ersten Demonstration in die Öffentlichkeit gegangen. Seither haben wir uns gelegentlich gefragt, worauf wir uns eingelassen haben. Wir wussten es nicht, zumindest nicht genau. Dabei war uns die biblische Mahnung "Was du tust, bedenke das Ende" doch immer sehr bewusst - als unser erstes Transparent am Ortseingang von Zützen und als Banner auf mehreren Demonstrationen.

In Bezug auf die Regierungspolitik, die unser Land und Europa aufs Spiel setzt, haben sich alle Bedenken bestätigt. Deshalb war und ist es richtig, als Bürger für die Zukunft unserer Heimat aktiv zu werden. Mit Auseinandersetzungen haben wir gerechnet. Aber wie heftig die Anfeindungen ausfallen und wie sehr das unser Leben beeinflussen würde, mussten wir erst erfahren. Wir haben uns auf einen langen Weg gemacht und sind entschlossen, ihn weiterzugehen. Um so mehr hat es Sinn, ihn mit den Erfahrungen unseres ersten Jahres zu bedenken.

WOZU DAS ALLES?

Wir haben uns als Bürgerinitiative und Verein gegründet, um etwas für die Bewahrung unserer Heimat zu tun. Den satzungsmäßigen Begriff "Traditionspflege" verstehen wir als umfassende und zukunftsweisende Aufgabe. Diese Aufgabe ist drängender denn je.

Immer deutlicher treten die verheerenden Folgen der Miss- und Verachtung von Grenzen und der damit zusammenhängenden Diskreditierung und Infragestellung unserer "Heimat" zu Tage. Heimatlos zu sein, bedeutet verloren zu sein. "Weltbürger" und "Menschheit" sind abstrakte Begriffe¸ aber unser Leben spielt sich in konkreten Umgebungen ab. Heimat finden wir in unserem Nationalstaat; in einem Weltstaat wären alle fremd. Eine Zukunft ohne Heimat wäre unmenschlich.

Diese Gedanken weisen unvermeidlich über die Landespolitik hinaus auf die Bundes- und Europapolitik. Klar, Probleme dieser Dimension kann ein kleiner Verein von Amateuren nicht lösen. Unsere Antwort auf dieses Bedenken ist aber nicht die Resignation, sondern Vernetzung. Denn als Teil einer Deutschland- und Europaweiten Bürgerbewegung können auch Amateure übergreifende Entscheidungen beeinflussen. Allerdings auch nur dann. Deshalb ist Vernetzung für uns mehr als ein Mittel. Sie ist ein Zweck und ein Auftrag, den uns unsere Paten mitgegeben haben.

PRO ZÜTZEN

Unsere Taufpaten, das sind die Zützener und die Bürgerinitiative ProZützen, die sich im Frühjahr und Sommer 2015 mit Lokalpolitikern auseinandersetzte, die über ihren Kopf hinweg eine dreistellige Zahl von Asylbewerbern in Zützen unterbrachten. ProZützen hat in kurzer Zeit viel bewegt. Mit ProZützen haben die Bürger eines kleinen Dorfes der Bevormundung durch das politische Establishment sichtbaren und ernstzunehmenden Widerstand entgegen gesetzt. Das hat dem Landkreis die Zusage abgenötigt, nicht alleinstehende junge Männer, sondern Familien in der Asylbewerberunterkunft in Zützen unterzubringen. ProZützen hat Menschen zusammengebracht, die zusammengehören, und damit "Zukunft Heimat" den Weg bereitet. ProZützen ist eine bleibende Erfahrung. Sollte die Situation es verlangen, wird es wieder auf den Plan treten.

Höhepunkt des bisherigen Wirkens von ProZützen waren ein Demonstrationszug von Zützen nach Golßen und die Abschlusskundgebung auf dem Golßener Marktplatz am 30. Juni 2015. Dass wir mit einem öffentlichen Fest daran erinnern wollten, machte den Golßener Stadtverordneten der Staatsparteien SPD, CDU und Linke soviel Unbehagen, dass sie eigens den Marktplatz und die Festwiese von Golßen zu Bürgerfest-befreiten Zonen erklärten. Wenn das kein Ritterschlag für ProZützen ist! Die Feier holen wir nach und bis dahin halten wir die Erinnerung an den 30. Juni 2015 mit einem längst Legende gewordenen Video wach.

UNSERE DEMONSTRATIONEN

Wir sind fleissig zu Demonstrationen gefahren und haben selbst sechs Demonstrationen organisiert. Sie bekunden öffentlich den Protest gegen eine Politik, die unsere Heimat und unsere Lebensweise zu zerstören droht. Damit korrigieren sie das verzerrte und unvollständige Bild, das die Lückenpresse von der Wirklichkeit im Land zeichnet. Zugleich sind sie Motor einer neuen Bürgerbewegung überall im Land.

Wir haben unsere Demonstrationen mit Netzwerktreffen vorbereitet und begleitet. Auf den Demonstrationen haben wir Bürgerinitiativen aus Brandenburg (Bad Liebenwerda, Mittenwalde, Rathenow) und Sachsen (Einsiedel, Bautzen), Vertreter der AfD, von Compact und EinProzent gehört und uns von Identitären aus Berlin aufmuntern lassen. All das war motivierend, und wir werden weiter allen Initiativen, denen unser Land und unsere Heimat am Herzen liegt, mit Freundschaft und Offenheit begegnen.

Unsere Demonstrationen sind immer friedlich verlaufen. Dafür danken wir den durchweg freundlichen Polizisten, die unsere Kundgebungen begleiteten, vor allem aber den vielen hundert Menschen, die bei gutem wie bei schlechtem Wetter mit uns in Lübben, Lübbenau und Vetschau auf die Straße gegangen sind. Ihre Ernsthaftigkeit und Friedfertigkeit und ihre ideelle und materielle Unterstützung haben unseren Demonstrationen ihre Wirkung gegeben und die vorurteilsbeladene Propaganda von Lokalpolitikern und Medien Lügen gegen uns gestraft.

UNSERE FÖRDERER WIDER WILLEN

Diese wussten unsere erste Demonstration schon Tage vor ihrem Auftakt als "Nazi-Spuk" einzuordnen, mit dem Ergebnis, dass noch mehr Menschen auf uns aufmerksam wurden und zur Demonstration kamen. In ähnlicher Weise haben die lokalen Lückenpolitiker als Förderer wider Willen mehrfach unsere Demos unterstützt. Wiederholt auch mit dem Segen der Amtskirche, die in Anbetracht unserer Luftballon tragenden Demonstranten Sturm läutete und zu Friedensandachten aufrief. Mit Christentum hat das so viel zu tun wie die "Volksparteien" mit dem Volk. Wie sorgsam uns die Vertreter eben dieser Volksparteien im Blick haben, zeigt die Kündigung unseres Kontos durch die Mittelbrandenburgischen Sparkasse aus "geschäftspolitischen Gründen". Gewiss haben sie längst unsere Gemeinnützigkeit im Visier.

UNSERE PROJEKTE

Es gibt Wichtigeres als Politiker und Reporter mit eingeschränktem Gesichtsfeld. Die Landschaft unserer Heimat zum Beispiel, die unter dem blindwütigen Ausbau von Windkraftanlagen leidet, wobei die Parallelen der "Energiewende" mit der "Flüchtlingskrise" frappierend sind.

Wir haben uns der Initiative "Rettet Brandenburg" angeschlossen und auf mehreren Veranstaltungen die Unterschriftensammlung für größere Abstände von Windkraftanlagen zu Siedlungen und gegen die Errichtung weiterer Windkraftanlagen in Wäldern unterstützt. Wir werden uns auch weiter gegen den Umbau unserer Wälder zu Industrieplantagen wehren, denn Wald ist ein wesentliches Kulturgut unserer Heimat.

Ähnliches gilt für die Straßenbäume, die in Nachwendezeiten zum Symbol für Brandenburger Alleen wurden. Wir sind gerne bereit, es nicht nur bei der Kritik an der fortschreitenden Abholzung z.B. entlang der B 96 zu belassen, sondern bei der Wiederaufforstung zu helfen. Dass diese Bereitschaft die Verantwortlichen unserer staatlichen Fortbetriebe überfordert, hat uns 2015 noch überrascht. Heute wundern wir uns darüber nicht mehr.

Heimatliebe ist in Deutschland immer auch Tierliebe. Die Volkinitiative gegen die Massentierhaltung in Brandenburg zu unterstützen, war für uns so selbstverständlich wie die Sammlung für das Tierheim in Bestensee zu Weihnachten, die wir gerne zur Tradition werden lassen. Gleiches würden wir gerne auch über die Unterstützung des Obdachlosenheims in Calau sagen, für das wir Weihnachten 2015 Spenden sammelten. Die Obdachlose freuten sich, andere nicht. Zu Ostern wollte der Träger des Heims nichts mehr von uns.

Eine vergleichbare Trotzreaktion zu Lasten Dritter war die Zurückweisung unseres Angebots, das historische Feuerwehrhaus in Sagritz zu kaufen und zu sanieren. Dieses Mal waren der Dritte ein Gebäude, und
der Zweite die Stadtverordneten von Golßen.

2017: REFORMATION

Was haben wir im letzten Jahr gelernt? Unserem Land geht's elend und unser Engagement für die Zukunft unserer Heimat ist wichtiger als wir noch vor einem Jahr wussten. Wie wir denken viele im Land, wir sind Teil einer neuen Bürgerbewegung. Selbst die Lückenpresse und Lückenpolitik unterstützen uns - wenn auch wider Willen. Wir gehen in das Wahl- und Reformationsjahr 2017 mit dem Willen, (als Protestanten des 21. Jahrhunderts) unseren Beitrag für die überfällige Reformation unseres Landes zu leisten. Wer kommt mit?